Sirmione… ein Juwel unter allen Inseln und Halbinseln der Meere und Seen

Luftaufnahme von Sirmione

Ok, einmal tief durchatmen und dann geht es los mit meinem ersten Artikel!!! Unsere Reise durch Italien hat keine Grenzen – in Italien gibt es so viel zu entdecken. Ein Land, in das man sich sofort verliebt und das immer im Herzen bleibt! Natürlich beginnen wir unsere Reise von meinem Zuhause aus: der schönsten Halbinsel der Welt. Ja, du hast es sicher schon erraten, ich meine Sirmione!

Sirmione…

Zur Entstehung des Namens gibt es zwei Theorien: bei der ersten kommt der Name vom griechischen “syrma”, was “Schwanz” bedeutet; bei der zweiten vom gallischen “sirm”, was „Hotel“ bedeutet. Aber eigentlich stimmen beide: Sirmione ist ja in der Tat eine Art Schwanz mit vielen Hotels darauf und für Touristen eines der beliebtesten Reiseziele am Gardasee.

Luftaufnahme von Sirmione
Luftaufnahme von Sirmione

 

Obwohl Sirmione jährlich von mehr als einer Millionen Menschen besucht wird, wissen die meisten Touristen nichts von den wertvollen Schätzen dieser fantastischen Halbinsel.

Pfahlbauten

Zu allererst sprechen wir über die Pfahlbauten – prähistorische Siedlungen aus den Jahren von 5000 bis 500 v. Chr., die immer noch unter Wasser an 4 Stellen in der Nähe von Sirmione zu finden sind: San Francesco, Porto Galeazzi, Maraschina und Lugana Vecchia. Letztere ist sogar UNESCO Weltnaturerbe (IT-LM-04). Dank Dendrochronology – oder einfacher gesagt Jahrringdatierung – konnten Wissenschaftler das genaue Alter (+/-10 Jahre) und die Holzart dieser Pfahlbauten bestimmen! Von 1970-1996 fanden spezialisierte Taucher Stücke aus Bronze und Keramik aus der Zeit von 3000-2000 v. Chr.!

Pfahlbauten
Lugana Vecchia, prähistorische Siedlungen*

Grotten des Catull

Natürlich entdeckten auch die Römer die einzigartige Schönheit dieses Ortes. Auf der nördlichen Seite der Halbinsel kann man in einem atemberaubenden Panorama die Ruinen einer römischen Villa besichtigen – die Grotten des Catull. Trotz des Namens ist nicht sicher, ob der lateinische Dichter aus Verona hier wirklich jemals gelebt hat. Eines der wichtigsten Zeugnisse ist sein Gedicht Carmen XXXI, in dem er Sirmione als ein Juwel unter allen Inseln und Halbinseln der Meere und Seen beschreibt. Aber auch wenn Catull hier wirklich gelebt haben sollte, war sein Haus kleiner und älter als die noch verbliebenen Überreste der Villa.

In der Villa bestehen noch ein Kryptoportikus, 15 kleine „Schlafzimmer“ – Cubicula genannt, 2 guterhaltene Becken, in denen die Römer Regenwasser sammelten, Thermalbäder und ein großes Schwimmbecken mit Fußbodenheizung. Ja, du hast richtig gelesen: Fußbodenheizung ist eine römische Erfindung und hier haben wir ein Beispiel dafür!

Im 3. Jahrhundert n. Chr. wurde die Villa verlassen. Der Grund dafür ist unbekannt, jedoch haben Wissenschaftler zwei Theorien: ein starkes Erdbeben oder Alemannische An-/Übergriffe. In den darauf folgenden Jahrhunderten wurden die Überreste der Villa zum Bau anderer Gebäude auf der Halbinsel benutzt und leider sind nur noch ein paar wenige Fresken und Mosaike erhalten. Die einzige gefundene Skulptur ist der Kopf eines Dioskurs.

Kirchen

Die älteste Kirche Sirmiones ist “St. Peter in Mavinas“, die sich in der Nähe der Grotten des Catull befindet. Sie wurde das erste Mal 765 bei Kunimund erwähnt und diente bis zum 15. Jahrhundert als Friedhof. Bei archäologischen Untersuchungen in den Jahren 1998-2009 fand man mehr als 200 Skelette aus verschiedenen Epochen.
Leider kann man nur noch ein paar Fragmente vom St. Savior Kloster sehen, das zum ersten Mal im Jahr 774 von Charlemagne erwähnt wurde. Der Grund des Einsturzes ist bislang noch unbekannt.
Vergesst nicht, die Kirchen St. Maria Della Neve (15. Jahrhundert) und St. Anna, auch Madonna der Brücke genannt, mit ihren großartigen Fresken zu besichtigen!

St. Peter in Mavinas
St. Peter in Mavinas

Burg

Ok, und was ist mit der Burg? Keine Sorge, ich habe es nicht vergessen. Die Burg ist das erste, was man bei der Ankunft in der Altstadt von Sirmione sieht und der Turm ist der einzige hohe Aussichtpunkt, von dem man die ganze Halbinsel bewundern kann!

Die Burg von Sirmione ist wahrscheinlich von Leonardino della Scala aus Verona im 13. Jahrhundert auf den Ruinen einer römischen Festung erbaut. Das italienische Wort “scala” bedeutet Leiter auf und über dem Eingang der Burg kann man das Wappen der „Della Scala“-Familie sehen, in dem sich eine Leiter befindet. Im Jahr 1405 fiel die Burg von Sirmione unter die Herrschaft der venezianischen Republik, wovon der Markuslöwe über dem Eingang zeugt.

Thermalquelle

Noch etwas Interessantes über meine schöne Halbinsel … Seit der Renaissance ist bekannt, daß 250 m nordöstlich des äussersten Punktes der Halbinsel eine Thermalquelle entspringt: La Bojola. Aber erst 1896 begann man, das Thermalwasser über Rohre auf die Halbinsel zu leiten. Es behält dabei seine Temperatur und machte Sirmione in ganz Europa für seine Thermalanwendungen bekannt.

Im Juni 2019 bekam das Aquaria Thermal Spa die Auszeichnung als bestes Day Spa in Europa und dies ist natürlich weder die erste noch die letzte Auszeichnung!

Aquaria Thermal Spa
Aquaria Thermal Spa

Maria Callas

Ihr seht, Sirmione ist ein kleines Paradies, eine Oase der Ruhe … Maria Callas, eine der bekanntesten Opernsängerinnen, kam nach Sirmione, als ihr die ganze Welt zu Füßen lag und sie einen Zufluchtsort – weit weg von dem sie umgebenden Chaos – suchte. In einem Brief schrieb sie: „Ich möchte meinen Lebensabend in Sirmione verbringen und hier, in diesem Himmel auf Erden, begraben werden.“ Das Schicksal hat sie jedoch woanders hingeführt.

Strand Jamaika
Strand Jamaika

 

Sirmione wartet auf dich, lass dir dieses fantastische Reiseziel nicht entgehen!

*Das Foto ist aus dem Buch „Le Palafitte dell’Età del Bronzo a Sirmione“, Ministero per i beni e le attività culturali, Soprintendenza archeologica della Lombardia

 

Bibliographie:
„Sirmione in età antica. Il territorio del comune dalla Preistoria al Medievo“ a cura di Elisabetta Roffia, Edizioni Et, Milano – 2018;
„Sirmione. Luoghi, percorsi, memorie“, testi di Massimo Tedeschi, Mirka Pernis, Costanza Lunardi, Paola Carmignani, Edizione Grafo – 2017;
„Sirmione. Ieri oggi“, Az Color Sirmione – 2011;
„I tesori bresciani. Guida turistica della provincia di Brescia“ a cura Massimo Ghidelli, La Compagnia della Stampa Massetti Rodella Editori – 2005;
„Dimore del Garda“, Francesco Monicelli, ArsenalОe Editore – 2009

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